1. Trau Dich!
Viele Menschen haben Angst, direkt am Anfang eine falsche Entscheidung zu treffen: Welches Depot, welche Aktien, ETFs und Fonds? Direkt viel investieren oder nur Sparpläne? Ja, es gibt Unterschiede bei den Angeboten und eine überfordernde Fülle an Auswahlmöglichkeiten. Aber nicht anzufangen ist der viel größere Fehler, als nicht die perfekte Auswahl zu treffen.
Die Depotangebote unterscheiden sich oft nur im Detail, und viele ETFs und Fonds sind gute Produkte. Du kannst daher gar nicht so viel falsch machen, wie Du vielleicht befürchtest. Selbst wenn Du ein Depot mit zu hohen Kosten und Produkte mit zu wenig Rendite auswählen solltest, hast Du historisch betrachtet nach spätestens zehn Jahren mehr Vermögen, als hättest Du nicht investiert.
Diese Erkenntnis ist wichtig, um die Hemmschwelle zu überwinden. Solange Du nicht anfängst, machst Du leider genau das, was Du eigentlich vermeiden willst: Risiko eingehen, beziehungsweise unnötig Geld „verlieren“.
2. Starte mit wenig!
Die meisten Erstanleger sind abgeschreckt von der Vorstellung, dass sie viel Geld und viel Zeit benötigen, um anzufangen. Nein, keine Sorge, beides ist nicht nötig. Für den ersten Schritt an den Aktienmarkt brauchst Du weder viel Zeit, um ein Produkt wie zum Beispiel einen ETF auszuwählen, noch viel Geld, um mit einem monatlichen Sparplan anzufangen. Starte einfach mit kleinen Beträgen wie 100 Euro im Monat, berücksichtige diese in Deiner Finanzplanung und investiere mehr, sobald Dein finanzieller Spielraum größer wird oder Du genug Vertrauen aufgebaut hast.
Ideal für den Anfang sind Sparpläne, statt sofort viel zu investieren und ein ganzes Depot zusammenzustellen. Der große Vorteil eines Sparplans ist der psychologische Trick: Du vermeidest das Risiko eines schlechten Einstiegszeitpunkts, da Du über viele Monate und Jahre hinweg quasi einen Durchschnitt von guten und schlechten Kursen bzw. Marktphasen erhältst („cost average effect“ genannt). Außerdem entsteht Disziplin, da ein Sparplan automatisch ausgeführt wird und Du Dich entspannt zurücklehnen kannst.
3. Du musst nicht die perfekte Aktie finden!
Es geht nicht darum, alles auf eine Karte zu setzen und deswegen unbedingt die richtige Wahl treffen zu müssen. Im Gegenteil, das Diversifizieren ist eine goldene Regel für den Vermögensaufbau und geht zurück auf den Nobelpreisträger Harry Markowitz: „Lege nicht alle Eier in einen Korb.“
Möglichst breit zu streuen, gelingt zunächst damit, dass Du nicht nur eine Aktie kaufst, sondern parallel in ganz viele Unternehmen investierst. Aber anstatt dies manuell selbst zu tun, kannst Du einfach die bereits erwähnten ETFs nutzen, die sehr kostengünstig einen breiten Markt über Branchen und Länder hinweg abbilden. Mit einem ETF auf den oft genannten MSCI World, der die nach Börsenwert größten Unternehmen der Industriestaaten bündelt, investierst Du beispielsweise in rund 1600 Unternehmen aus mehr als 20 Ländern.
Wenn Du einen langfristigen Anlagehorizont hast, brauchst Du für den ersten Schritt an den Aktienmarkt nicht mehr als zwei bis drei breit investierende ETFs. Gut, oder? Wenn Du diesen ersten Schritt geschafft hast, dann sei erstmal stolz auf Dich!
Sobald Du Dich bereit fühlst, solltest Du einen Blick auf Deine Risikobereitschaft werfen: Welche temporären Verluste halte ich aus? Um Dein Depot stabiler zu gestalten und möglichst entspannt Vermögen aufzubauen, macht nämlich eine Streuung über verschiedene liquide Anlageklassen Sinn. Außerdem solltest Du möglichst objektiv auf Deinen Anlagehorizont schauen. Wenn Du nicht nur langfristig (mindestens zehn Jahre), sondern auch kurz- und mittelfristig investierst, sollte Dein Fokus hier neben Tages- und Festgeld auf solchen Anlageklassen liegen, die möglichst wenig schwanken und liquide sind.